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Kastration

Veröffentlicht am 01.01.2022

Mit der Kastration von Rüde oder Hündin verschwinden in der Regel alle hormoll gesteuerten Verhaltensweisen der Hunde. Eine Kastration ist ein chirurgischer Eingriff unter Vollnarkose mit Nebenwirkungen bei dem die Geschlechtsorgane (Eierstöcke bei der Hündin und Hoden beim Rüden) entfernt werden. Dieser Eingriff sollte wohlüberlegt sein. Wer sich sein Leben mit einem Hund teilen will, übernimmt die volle Verantwortung für dieses Tier.

Im Tierschutz und in den Tierheimen werden Hunde normalerweise immer kastriert. Der Grund ist die Vermehrung zu stoppen. Das sollte man auch. Aber es würde zum Beispiel ausreichen, nur bei einem Geschlecht einzugreifen, es reicht ja wenn zum Beispiel die Hündin unterbunden wird und nicht trächtig werden kann. Alternativen zur Kastration sind bei der Hündin die Sterilisation (Eileiter durchtrennen) und beim Rüden die Vasektomie (Samenleiter durchtrennen). Da die Geschlechtsorgane nicht entfernt werden, bleibt der Hormonhaushalt bestehen, die Hündin wird noch läufig kann aber nicht trächtig werden. Diese Eingriffe sind etwas komplexer und kostenintensiver aber weniger ivasiv, haben weniger Nebenwirkung und eine schnellere Heilung als das kastrieren. Ebenfalls wird nicht in den Hormonhaushalt eingegriffen, dieser ist für mehr als nur das Sexualverhalten verantwortlich und hat Auswirkungen  auf den ganzen Organismus des Hundes. Rüden und Hündinnen können auch chemisch kastriert werden, dies ist reversibel und die Wirkung der Spritze dauert wahlweise 6 oder 12 Monate an. Wer eine chirurgische Kastration in Erwägung zieht, sollte auf jeden Fall vorab seinen Hund chemisch kastrieren lassen, damit man sieht, ob die erwünschten Auswirkungen überhaupt eintreten.

Einem Hund die Geschlechtsorgane zu entfernen ist keine leichtfertige Entscheidung und es ist wichtig, das man sich vorher gut informiert. Hündinnen sind keine Gebärmaschinen die 365 Tage im Jahr Welpen auf die Welt bringen können. Sie werden 1-2 Mal im Jahr läufig und während dieser Läufigkeiten können sie während der Standhitze in der Eisprungphase trächtig werden. Man muss unterscheiden, wie die Hunde gehalten werden, Hunde die mit dem Menschen zusammen leben, so wie hier bei uns, sind beaufsichtigt. Wer sich für eine Hündin entscheidet, sollte wissen, dass diese Hündin läufig wird und 1-2x im Jahr während insgesamt ca. 5-15 Tagen aufnehmen kann. In diesen Tagen muss man auf seine Hündin aufpassen, das sind ca. 2 Wochen im Jahr. Auch wenns 20 Tage sind von 365 - das ist wenig und stellt kein Problem dar. Viele Menschen sagen, das es sehr schnell geht wenn eine Rüde eine Hündin sieht, das man keine Welpen will, das man das Blut nicht überall will.. Ja es kann sehr schnell gehen, aber nur wenn ein intakter Rüde in direktem Kontakt mit einer Hündin ist, die gerade in der Standhitze ist und Eisprünge hat. Ein verantwortungsbewusster Hundehalter weiss, wann seine Hündin läufig ist, wann sie in der Standhitze ist und geht dementsprechend damit um, und überlässt auch nichts dem Zufall. Ebenso müssen auch Rüdenhalter ihre Rüden unter Kontrolle halten können, geht das nicht und der Rüde ist heiss, gehört er an die Leine und nicht in die Nähe von läufigen Hündinnen. Heisse Rüden können immense Kräfte entwickeln und kaum mehr ansprechbar sein, sie sind körperlich nicht mehr in der Lage zu gehorchen. Überlegen sie sich also, wie gross und schwer ihr Rüde sein darf, damit sie ihn in solchen Situationen noch festhalten können, denn etwas anderes als das, kann man dann je nach Hund nicht tun. Viele Hündinnen sind sehr sauber, und für die Nacht, wenn sie sich nicht putzen können, gibt es zahlreiche Arten von Höschen. Gewöhnen sie ihre Hündin als Welpe schon daran, dann haben sie damit keine Probleme. Wollen sie mehr als einen Hund halten, dann überlegen sie sich, ob sie mit beiden Geschlechtern gleichzeitig klarkommen, wenn nicht, nehmen sie nur Tiere gleichen Geschlechts. All das gehört zur Hundehaltung dazu und sollte bedacht werden, bevor der Hund ausgewählt und nach Hause geholt wird.

Stören sie die Verhaltensweisen ihres Hundes, die von Sexualhormonen gesteuert sind und kommen sie nicht damit klar, dann gehen sie mit ihrem Hund ins Hundetraining, arbeiten sie an sich und ihrem Hund, damit sie ihrem Hund helfen und ihn unterstützen können. Der Hund ist, was er ist und dazu gehört das Sexualverhalten, so wie bei jedem anderen Tier und uns Menschen auch. Hunde ohne Sexualtrieb gibt es nicht, das wäre widernatürlich. Es gibt nur mehr oder weniger Verhalten das der Hund jeweils zeigt. Sex gehört zum Hund dazu und als Halter ist es ihre Aufgabe, ihren Hund so zu halten, dass er klarkommt und niemanden belästigt. Bei sovielen Hunden und Menschen auf engem Raum ist es nicht immer einfach, aber durchaus machbar. Das Problem ist, dass die starke sexuelle Bereitschaft der Rüden vom Menschen gewollt und herangezüchtet ist. Denn wie unpassend wäre es, wenn man eine deckbereite Hündin in Schweden hat und der Rüde aus Deutschland extra anreist und dann keine Lust hat. Der Stammvater des Hundes, der Wolf, kennt keine Dauererregbarkeit und Reproduktionszeit ist einmal im Jahr. Wenn unsere Hunde nun also so sind, wie sie gemacht wurden, liegt es nun an uns, damit klarzukommen, den Aufwand nicht zu scheuen und nicht aus Einfachheit die Kastration zu wählen.

Falls sie sich also fragen ob sie ihren Hund kastrieren sollen oder nicht, schauen sie ihrem Hund in die Augen und hören sie mal hin, was die Antwort des Hundes ist. Im Sinne des Hundes ist es klar: hat er auf Grund seiner Sexualhormone und /oder Geschlechtsorgange starke gesundheitliche Probleme, Schmerzen, kann nicht essen, nicht schlafen, hat extremen Stress immer wieder und/oder über längere Zeit und leidet stark psychisch oder körperlich ohne dass eine Behandlung helfen würde, dann ist im Sinne des Wohles des Hundes eine Kastration ratsam (mit vorab chemischer Kastration). Ist nichts davon der Fall, ist der Hund gesund und munter, braucht es keine Kastration, keine Operation unter Vollnarkose mit Nebenwirkungen. Aus Vorsorge einen Hund zu kastrieren ist nicht ratsam, denn der Hund ist ja gesund und es ist unklar, ob er überhaupt jemals erkranken würde. Jedoch könnte die Operation durchaus etwas auslösen, was den Hund krank machen kann. Besser ist es, den Hund immer gut zu beobachten, gut zu kennen und Veränderungen zu registrieren, damit man handeln kann, wenn es wirklich nötig ist und nur dann.

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